Freisetzungsversuche mit transgenem Mais und Gerste geplant

Das Institut für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich hat Freisetzungsversuche mit gentechnisch verändertem Mais und gentechnisch veränderter Gerste geplant und dazu zwei Gesuche beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) eingereicht. Die Feldversuche sollen vom Frühling 2019 bis Herbst 2023 dauern und beide auf der Protected Site von Agroscope in Zürich Reckenholz durchgeführt werden.

Dem Mais, wie auch der Gerste wurde das Gen Lr 34 aus Weizen eingefügt, welches eine partielle, rassenunspezifische Resistenz gegen Pilzkrankheiten verleiht. Mit den Freisetzungsversuchen soll die Resistenz der transgenen Pflanzen gegen Pilzerkrankungen unter Feldbedingungen überprüft werden. Zudem sollen allfällige Auswirkungen des Transgens auf die Pflanzen untersucht werden.

Die Schweizer Allianz Gentechfrei, SAG,  hat beide Gesuche geprüft und dazu beim BAFU eine Stellungnahme eingereicht. Sie kommt zum Schluss, dass die Versuche trotz hohen Kosten keinen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Schweizer Landwirtschaft leisten. Denn die Akzeptanz und das Marktpotenzial transgener Sorten in der Schweiz ist gering. Ausserdem stellen zwei der zu testenden Pilzkrankheiten hierzulande keine akute Gefahr dar, beziehungsweise lässt sich diese durch bereits vorhandene, resistente Nicht-GVO-Sorten und Anpassungen der Anbaubedingungen verhindern. Von den Ergebnissen und Publikationen, die aus den Versuchen resultieren, würden hauptsächlich das gesuchstellende Forschungsteam und seine Partner profitieren, da sie im Besitz eines Patentes auf das Gen Lr34 sind.

Einsprache von seiten unseres Vereins

Unser Verein hat von diesem Gentechversuch unweit des Bienenhauses von Irma Götsch erfahren und hat gegen den Versuch Einsprache erhoben.In einem Radius von 3km um den Versuchsstandort sind rund 40 weitere Bienenstände betroffen. Zitat aus der Einsprache an das BAFU:

“ Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe Kenntnis vom Gesuch um Bewilligung eines Freisetzungsversuchs mit gentechnisch veränderten Maislinien (B18003) der Universität Zürich erhalten. Da ich mich als Imker in der Region [Zürich/Katzensee] betätigte, möchte ich zum Gesuch Stellung nehmen.

Der Flugradius meiner [Anzahl] Bienenvölker beträgt rund [X] Kilometer. Verschiedene Studien haben bewiesen, dass in einem Radius von drei Kilometern um Versuchsstandorte Spuren von genverändertem Mais in den Völkern nachgewiesen werden konnte. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wären vorliegend also auch Pollen vom GV-Mais mit dem Lr34-Gen im Honig nachzuweisen.

In geringen Anteilen werden Pollen von GV-Pflanzen in Lebensmitteln toleriert, dies aber nur dann, wenn diese auf der Liste im Anhang 2 der Verordnung des EDI über gentechnisch veränderte Lebensmittel (VGVL) aufgeführt sind. Das sind Pflanzen, welche als Nahrungs- oder Futtermittel in Verkehr gebracht werden dürfen und dafür eine entsprechende Zulassung haben. Für den Mais mit Lr34-Gen liegt eine solche Zulassung nicht vor. Dies bedeutet konkret, dass im vorliegenden Fall für Verunreinigungen eine Nulltoleranz gilt.

Es muss davon ausgegangen werden, dass meine Honigernte rund um die Protected Site nicht verkehrsfähig wäre und in der Folge vernichtet werden müsste. Es besteht die Gefahr, dass ich wegen des drohenden Imageschadens die Imkerei in diesem Gebiet aufgeben müsste.

Wenn alle Imker im Einzugsgebiet ihren Honig nicht mehr in den Verkehr bringen können, werden keine Bienenvölker mehr gehalten, welche die Bestäubungsleistung erbringen. Das wäre ein grosser ideeller und wirtschaftlicher Schaden……“