(Deutscher Imkerbund, November 2025) Der Deutsche Imkerbund hat eine Übersicht zur Stand bezüglich Asiatischer Hornisse in Deutschland erstellt: Auswirkungen von Vespa velutina auf Imkerei, Landwirtschaft,
Biodiversität und menschliche Gesundheit, Autor Sebastian Spiewok, Deutscher Imkerbund e.V.. Die Übersicht ist sehr informativ und enthält am Schluss auch noch weiterführende Literatur. Hier die Zusammenfassung:
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) gilt in der EU als invasive Art von unionsweiter Bedeutung und breitet sich seit ihrer ersten Entdeckung 2004 kontinuierlich aus. Die vorliegende Übersichtsarbeit fasst die bisher dokumentierten Auswirkungen dieser Art auf Imkerei, Landwirtschaft, Biodiversität und menschliche Gesundheit zusammen. Vespa velutina kann lokal erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen, besonders in der Imkerei, wo sie zu Völkerverlusten und Honigertragsrückgängen führen kann. Als generalistische Räuberin von über 1.400 Insektenarten, darunter zahlreiche Bestäuber, beeinflusst die Hornissenart Insektenpopulationen, Bestäubungsleistungen und ökologische Prozesse. Im Frucht- und Weinbau können Fraßschäden vor allem während der Reifephase auftreten. Für den Menschen stellen Stiche ein zunehmendes Gesundheitsrisiko dar, insbesondere durch allergische Reaktionen bis hin zu anaphylaktischen Schocks. Die vorliegenden Daten belegen, dass Vespa velutina ein komplexes ökologisches und ökonomisches Problem darstellt, das koordinierte Bekämpfungs und Überwachungsstrategien erfordert.
(Quelle BienenSchweiz, September 2025) Imker/-innen können einen grossen Beitrag zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse leisten. Zuallererst ist es wichtig, Beobachtungen auf der Plattform www.asiatischehornisse.ch zu melden. Diese Meldung sollen alle machen, auch generell interessierte Personen ausserhalb der Imkerschaft.
Werden Sichtungen am Bienenstand gemacht, gilt es als nächstes Dochtgläser aufzustellen. Herrscht daran dann Beflug von Asiatische Hornissen, kann mit Triangulation begonnen und der etwaige Neststandort eingegrenzt, respektive gar gefunden werden (siehe Anleitungen BGD-Merkblatt 2.7.2.). Gerade zum jetzigen Zeitpunkt sind die kantonalen Koordinationsstellen auf diese Vorarbeit seitens Imker/-innen angewiesen, da die Anzahl positiver Meldungen vielerorts explosionsartig zunimmt und die ausgebildeten Hornissenscouts nicht überall gleichzeitig auf Nestsuche gehen können.
Zur Triangulation und Nestervernichtung gibt es auch einen aktuellen Beitrag von Schweiz Aktuell.
Bei starkem Beflug besteht die Gefahr, dass die Bienen in eine «Fluglähmung» geraten, also aus Angst gefressen zu werden, nicht mehr ausfliegen. Das kann rasch gefährlich werden für ein Volk da ihnen die Proteinversorgung (Pollen) fehlt. Gegen diese Fluglähmung helfen sogenannte «Volieren» (siehe BGD-Merkblatt 2.7.1). Wichtig zu wissen: Deswegen werden nicht weniger Bienen von Asiatischen Hornissen gefressen, aber diese Massnahmen führt dazu, dass die Fluglähmung nicht auftritt und somit die grösste Gefahr gebannt ist. Die weggefressenen Bienen mag ein (normal) starkes Volk verkraften, eine Fluglähmung hingegen schwächt derart, dass ein Volk eingehen kann.
Später im Jahr, wenn der Flugbetrieb abnimmt und dann eingestellt wird, muss verhindert werden, dass Asiatische Hornissen in die Völker eindringen. Deshalb ab Oktober bei eingestelltem Flugbetrieb: Fluglochbegrenzung auf 5.5 mm. Regional wurden auch schon kleinere Hornissen gesichtet, für die eine 5 mm-Höhenbegrenzung nötig ist. Nach Ende der Angriffe das Flugloch wieder freigeben, um Reinigungsflüge und «Stockputzete» nicht zu behindern. Je nach Höhe kann die Fluglochbegrenzung auch als Mäusegitter belassen werden.
Eine kompakte Zusammenstellung weiterer Informationen findet ihr im Positionspapier von BienenSchweiz. Und eine Seite, wie auch an Nichtimker/innen empfohlen werden kann: www.bienen.ch/velutina.